Nahrungsmittelunverträglichkeiten: wenn Lebensmittel belastend wirken

Nahrungsmittelintoleranz

Einige Menschen müssen auf Nahrungsmittel wie Milch oder Brot verzichten. Der Genuss kann bei ihnen zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Hautirritationen führen. Sie leiden unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, auch Nahrungsmittelintoleranz genannt.

Welche Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt es?


Theoretisch können wir auf jedes Lebensmittel ungünstig reagieren. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um Kohlenhydratintoleranzen, bei denen bestimmte Kohlenhydrate wie Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker und Sorbit nicht richtig verarbeitet werden können. Die Laktoseintoleranz ist mit mehr als 15 Prozent die am häufigsten vorkommende Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Weitere bekannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind die Histaminintoleranz und die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Bei ein bis zwei Prozent der Bevölkerung führen Lebensmittel mit höheren Mengen Histamin (zum Beispiel Käse, Nüsse, Schokolade, Zitrusfrüchte oder Rotwein) zu Beschwerden. Bei der Autoimmunerkrankung Zöliakie reagiert der Körper auf das in zahlreichen Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß Gluten mit einer chronischen Dünndarmentzündung. Bis zu ein Prozent der Deutschen müssen daher lebenslang streng glutenfrei leben.

Wie verbreitet ist die Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Wirklich valide Zahlen zur Häufigkeit von Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Deutschland gibt es nicht. Zwischen 25 und 40 Prozent der Menschen geben an, dass bestimmte Lebensmittel Beschwerden bei ihnen auslösen. Die Tendenz ist steigend. Die Angabe der Häufigkeit einer ärztlich diagnostizierten Nahrungsmittelunverträglichkeit liegt jedoch deutlich darunter. Es wird davon ausgegangen, dass mindestens jeder und jede Fünfte in Deutschland tatsächlich betroffen ist.

Wichtig: Bei lediglich etwa zwei bis fünf Prozent der Erwachsenen handelt es sich um eine bestätigte Nahrungsmittelallergie. Umgangssprachlich wird sie häufig mit der Nahrungsmittelunverträglichkeit gleichgesetzt. Doch die Krankheitsbilder unterscheiden sich. Während bei der Intoleranz die eingenommene Menge für das Auftreten und das Ausmaß der Beschwerden relevant sind, reagiert bei der Nahrungsmittelallergie das Immunsystem überempfindlich bereits auf kleinste Mengen eigentlich harmloser Lebensmittelbestandteile.

Wie entstehen Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Teilweise sind die Nahrungsmittelunverträglichkeiten angeboren, so besteht bei der Zöliakie eine familiäre Häufung. Dies lässt darauf schließen, dass zumindest die Veranlagung vererbt wird. Viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten entwickeln sich jedoch erst im Laufe des Lebens, ohne dass es offensichtliche Ursachen gibt. Risikofaktoren können bestimmte Krankheiten vor allem im Magen-Darm-Trakt sein. Zu Beschwerden können ebenfalls psychosomatische Faktoren wie starke Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel führen.

Ursachen für die Beschwerden sind häufig Enzymmangel oder -defekte. So kann durch den Mangel des Enzyms Laktase der Milchzucker aus der Milch nicht oder nur in kleinen Mengen aufgespalten werden. Ist der Transport des Stoffes im Darm gestört wie bei der Fruktoseintoleranz, dann führt der alternative Abbau des Zuckers durch Darmbakterien zu den unangenehmen Symptomen wie Blähungen und Durchfall.

Kann ich Nahrungsmittelunverträglichkeiten vermeiden?

Gegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten selbst kann nicht sicher vorgebeugt werden. Wichtig ist es, die Ursachen der Beschwerden frühzeitig zu finden und eine geeignete Therapie zu beginnen. Einfach ein Lebensmittel auf Verdacht zu meiden, ist der falsche Weg. Dies schränkt nicht nur die Lebensqualität ein, sondern erhöht das Risiko für eine Mangel- und Fehlernährung.
Selbsttests aus der Shop Apotheke wie zum Beispiel auf Glutenintoleranz können einen ersten Hinweis geben. Zur Ermittlung der Ursache der Beschwerden gehört aber die genaue Diagnosestellung und Beratung durch eine Fachärztin/einen Facharzt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Basis der Therapie ist die vollständige Vermeidung der auslösenden Bestandteile oder zumindest die Reduktion auf ein toleriertes Maß. Mithilfe einer qualifizierten Ernährungsfachkraft kann die Toleranzschwelle herausgefunden und ein individueller Ernährungsplan erstellt werden. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie sogenannte Probiotika, die lebende Mikroorganismen enthalten, können die Darmflora verbessern und zu einer weiteren Linderung der Beschwerden führen.

Glücklicherweise gibt es inzwischen spezielle gluten-, laktose- oder fruktosefreie Lebensmittel, die die Ernährung erleichtern. Und sollte es zum Beispiel auf Reisen oder im Restaurant doch mal nicht möglich sein, die problematischen Lebensmittel zu vermeiden, können spezifische Präparate aus der Apotheke helfen, die Beschwerden zu lindern.

Durch die Anpassungen der Ernährungsweise können Betroffene ein fast beschwerdefreies und nur wenig eingeschränktes Leben führen.

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Disclaimer:

Die in diesem Blogartikel dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information, Weiterbildung und Unterhaltung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden oder Behandlungen dar. Die Texte ersetzt keinesfalls eine medizinische Beratung durch einen Arzt. Bei gesundheitlichen Fragen, Beschwerden oder Problemen konsultieren Sie immer Ihren Arzt!




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