Vegetarische Ernährung » eine Prävention gegen Divertikulitis?

Vegetarische Ernährung » eine Prävention gegen Divertikulitis?

Vegetarische Ernährung bei Divertikulitis?

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegetarische Ernährung, denn diese bietet in vielfacher Hinsicht gesundheitliche Vorteile. Doch ist eine vegetarische Ernährung tatsächlich auch eine wirksame Präventionsmaßnahme gegen Divertikulitis? Britische medizinische Forscher haben die Beobachtung gemacht, dass Vegetarier seltener an Divertikeln leiden.

Die Divertikulose ist eine typische Konsequenz unserer modernen, westlichen, ungesunden Lebensgewohnheiten: Viele Fertigprodukte, reichlich Zucker und kaum Ballaststoffe. Eine vegetarische Ernährung kann hingegen einen wesentlichen Beitrag zu einer gesunden Darmernährung leisten. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr zu den Vorteilen sowie zu den Hintergründen der fleischlosen Ernährung.

Warum ist die vegetarische Ernährung so gesund?

Zum Vegetarismus zählt nicht nur ein besonderes Essverhalten, sondern auch ein gewisser Lifestyle und das zu Recht, denn es gibt viele Gründe, die für einen fleischlosen Ernährungsplan sprechen.

Eine pflanzenbasierte Ernährung ist eine sehr wirksame Maßnahme gegen Zivilisationskrankheiten wie etwa Diabetes, Übergewicht oder Arteriosklerose. Indem auf Fleisch verzichtet wird, werden zudem weniger ungesunde Fette aufgenommen und auch das hat viele Vorteile für die Gesundheit.

Ein gesundes Körpergewicht ist auch für die Darmgesundheit sehr wichtig. Des Weiteren punktet eine pflanzliche Ernährung im Allgemeinen auch mit einem hohen Ballaststoffanteil und diese sind besonders wichtig für einen gesunden Darm: Sie bringen die Darmfunktionen in Balance und verhindern, dass sich Divertikel im Dickdarm überhaupt bilden oder entzünden.

Individuelles Essverhalten & Lebensstil – zwei eng verbundene Aspekte

Eine komplett fleischlose Ernährung ist keinesfalls mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Der vegetarische Ernährungsplan ist sehr vielseitig, abwechslungsreich und zudem wirklich geschmackvoll. Ballaststoffreiche Vollkornprodukte, frische Früchte, vitaminreiches Gemüse, leckere Milchprodukte und sättigende Hülsenfrüchte bringen nicht nur reichlich Vielfalt auf den Tisch, sondern geben dem Körper auch alle wichtigen Nährstoffe, die er für seine täglichen Aufgaben und Funktionen benötigt. Gleichzeitig enthält der vegetarische Ernährungsplan deutlich weniger Stoffe, die der Gesundheit schaden könnte, so zum Beispiel Cholesterin oder gesättigte Fette.

Wie bereits erwähnt, ernähren sich Vegetarier aber nicht nur anders, sondern pflegen auch einen ganz anderen Lebensstil: Sie leben in der Regel viel nachhaltiger und auch bewusster. Sie verzichten auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, treiben regelmäßig Sport und gönnen sich auch gezielt Auszeiten, zum Beispiel durch Yoga, Meditationen oder autogenes Training.

All das sind Faktoren, die auch für die Darmgesundheit eine zentrale Rolle spielen. Damit die Verdauung optimal ablaufen kann und sich im Darm keine Divertikel bilden, sollte nicht nur auf den täglichen Ernährungsplan geachtet werden, sondern auch auf einen insgesamt gesunden Lebensstil.

Die wichtigsten Bausteine der vegetarischen Ernährung

Die konkrete Zusammensetzung der Nähr- und Vitalstoffe spielt eine zentrale Rolle. Daher sollten folgende Elemente im Rahmen einer vegetarischen Ernährung unbedingt vertreten sein:

  • Ausreichend trinken!

Die tägliche Flüssigkeitszufuhr ist von entscheidender Bedeutung, denn so können Körper und Geist vital, fit und leistungsfähig bleiben. Mindestens zwei Liter Wasser oder nicht gesüßte Teesorten sollten pro Tag getrunken werden. Darauf sollte auch bei einer Divertikulitis ein besonderer Fokus gesetzt werden.

  • Frisches Obst und reichlich Gemüse

In Früchten und Gemüses stecken viele wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe Vitamine, Mineralien, Flavonoide und auch Ballaststoffe. Immer wieder sind Ärzte und Wissenschaftler zu der Erkenntnis gelangt, dass eine erhöhte Ballaststoffversorgung des Organismus die Entzündung von Divertikeln hemmen kann.

Zudem liefert eine pflanzenbetonte Ernährung reichliche entzündungshemmende Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe). Das ist bei Divertikeln im Darm von besonderer Wichtigkeit, denn durch solche Lebensmittel können entzündliche Vorgänge im Körperinneren deutlich reduziert werden.

  • Kartoffeln und Vollkornprodukte

Diese Lebensmittel enthalten zahlreiche wertvolle langkettige Kohlenhydrate, die den Körper ebenfalls mit reichlich Ballaststoffen versorgen und zudem lange satt halten. Im Rahmen einer gesunden und ausgewogenen Veggie-Ernährung dürfen sie keinesfalls fehlen.

  • Milchprodukte und Milch

In diesen Lebensmitteln stecken wertvolle Mineralien wie etwa Kalzium und wichtige Proteine. Für den Knochenbau, die Muskeln, gesunde Nägel, kräftige Haare, aber auch für eine artenreiche Darmflora sind diese Lebensmittel äußerst wichtig.

  • Eier und Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Kichererbsen

Diese Lebensmittel sind eine sehr wichtige pflanzliche Proteinquelle für den Organismus und im Rahmen einer vegetarischen Ernährung einfach unverzichtbar. Eier sind zudem eine wichtige Vitamin-B12 sowie eine Vitamin-D-Quelle und somit vor allem für Vegetarier sehr bedeutsam. Hülsenfrüchte enthalten ebenfalls viele Ballaststoffe und sorgen somit für eine intakte und gesunde Darmflora.

  • Kostbare pflanzliche Öle

Pflanzenöle haben nachgewiesenermaßen eine sehr positive Wirkung auf den körpereigenen Cholesterinspiegel und liefern zudem reichlich Energie.

Somit darf auch dieses Element auf dem vegetarischen Ernährungsplan nicht fehlen.

Was sollte bei einer vegetarischen Ernährung unbedingt ausreichend Beachtung finden?

Zu beachten ist, dass Vegetarier überhaupt kein tierisches Protein aufnehmen.

Das bedeutet, dass der Eiweißbedarf vollständig aus pflanzlichen Quellen gedeckt werden muss. Am sinnvollsten ist es, viele verschiedene pflanzliche Proteinquellen miteinander zu kombinieren, so zum Beispiel Getreideprodukte mit Eiern, Hülsenfrüchten oder Milch. Aber auch Buchweizen, Amaranth, Quinoa und Chiasamen unterstützen bei der Optimierung des Eiweißhaushalts. Auch Bohnen und Mais sind zentrale Proteinlieferanten, die immer wieder auf dem vegetarischen Ernährungsplan erscheinen sollten.

Vegetarische Ernährung » eine Prävention gegen Divertikulitis?
Kann eine vegetarische Ernährung eine Divertikulitis wirklich vorbeugen?

Ist die vegetarische Ernährung für jeden gut geeignet?

Immer wieder taucht der Mythos auf, dass der vegetarische Ernährungsplan nur für Frauen wirklich gut geeignet sei, doch das ist ein kompletter Irrglaube. Vor allem in der heutigen Zeit entscheiden sich auch immer mehr Männer für eine fleischlose Ernährung. Sie setzen sich mit ihren täglichen Lebensgewohnheiten konkret auseinander und hinterfragen das eigene Essverhalten. Auch Männer wissen immer mehr die vielen Vorteile der vegetarischen Ernährung zu schätzen und der Vorsprung der vegetarisch lebenden Frauen zu den Männern wird zunehmend kleiner.

Ebenso ist es nicht zutreffen, dass Sportler durch eine pflanzliche Kost eher ermüden. Vegetarisch lebende Menschen sind auch im sportlichen Bereich keinesfalls benachteiligt. Insbesondere Ausdauersportler brauchen eine angemessene Versorgung des Körpers mit Kohlenhydraten, um ihre Sportleistungen voller Power erbringen zu können.

Wer sich nun vegetarisch ernährt, isst im Allgemeinen mehr Vollkornprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte.

Doch auch im Krafttraining lässt sich durchaus vom vegetarischen Ernährungsplan profitieren. Tierische Lebensmittel sind ausgezeichnete Proteinlieferanten und haben zudem eine hohe Bioverfügbarkeit. Das heißt, dass der Organismus des Menschen diese besonders gut aufnehmen und weiterverwerten kann. Doch auch pflanzliche Eiweißquellen wie etwa Hülsenfrüchte oder viele Gemüsearten können sehr gut aufgenommen werden.

Die Vorteile der vegetarischen Ernährung im Überblick

  • Vegetarisch lebende Menschen leiden im Allgemeinen nicht unter einem zu hohen Körpergewicht.
  • Die hauptsächlich pflanzenbasierte Ernährung versorgt den Organismus ausgezeichnet mit sekundären Pflanzenstoffen: Aus wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass diese sogenannten Polyphenole die Entstehungsgefahr für Herz-Kreislauf-Krankheiten deutlich senken können.

Auf diese Weise können auch der Blutdruck sowie der Cholesterinspiegel in eine gesunde Balance gebracht werden.

  • Wenn Vegetarier auf eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung ihres Körpers achten, erkranken sie wesentlich seltener an Herzerkrankungen.
  • Ein gesundes Körpergewicht – basierend auf einer vegetarischen Ernährung – mindert auch deutlich das Entstehungsrisiko für einen Diabetes.
  • Eine vegetarische Ernährung reduziert Verdauungsprobleme wie Blähungen oder Verstopfung. Durch die ballaststoffreiche Ernährung können auch andere Erkrankungen wie Hämorrhoiden, Darmkrebs und die Entstehung beziehungsweise Entzündung von Divertikeln vermieden werden.

Fazit – sind Vegetarier wirklich gesünder?

Es lässt sich nicht pauschal sagen, dass Menschen die vegetarisch leben und sich fleischlos ernähren gesünder sind als Fleischesser. Doch grundsätzlich ist die pflanzenbasierte Ernährung eine sehr wichtige Präventionsmaßnahme gegen viele verschiedene Zivilisationskrankheiten. Zusätzlich zur richtigen Lebensmittelauswahl kommt es auch auf den individuellen Lebensstil an. Auch der Darm profitiert in maßgeblichem Maße von ausreichend Schlaf, regelmäßiger Bewegung, Nikotin- und Alkoholverzicht sowie übermäßigen Kaffeegenuss.

Wenn Sie eine Divertikulitis vermeiden möchten, sollten Sie daher dieses Ernährungskonzept unbedingt ausprobieren. Ergänzen Sie den pflanzlichen Ernährungsplan durch einen gesunden Lebensstil und profitieren Sie von vielen gesundheitlichen Vorteilen.

Wenn Sie mehr zum Thema Divertikulitis erfahren möchten, können wir Ihnen  unser Buch empfehlen: Dort erfahren Sie viele weiterführende Informationen und Tipps zu diesem Thema.

Disclaimer:

Die in diesem Blogartikel dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information, Weiterbildung und Unterhaltung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden oder Behandlungen dar. Die Texte ersetzt keinesfalls eine medizinische Beratung durch einen Arzt. Bei gesundheitlichen Fragen, Beschwerden oder Problemen konsultieren Sie immer Ihren Arzt!

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