Entzündliches Rheuma » welche Ernährung kann helfen?

Richtige Ernährung bei Rheuma

Entzündliches Rheuma – kann eine mediterrane Kost helfen?

Menschen, die unter einer rheumatoiden Arthritis oder anderen Erscheinungsformen entzündlichen Rheumas leiden, profitieren in wesentlichem Maße von einer Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten auf eine mediterrane Kost. Schon vor Hunderten von Jahren konnten Wissenschaftler beobachten, dass Menschen im Mittelmeerraum, zum Beispiel in Italien, in Frankreich oder auf den griechischen Inseln eine sehr lange Lebenszeit hatten. Ernährungsexperten sind sich einig, dass es die traditionelle Mittelmeerküche ist, die die Einheimischen vor Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder gar Krebs schützen kann.

Die richtige Ernährungsweise rückt auch bei der Behandlung von Rheuma immer stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen nämlich auf, dass die mediterrane Kost auch entzündliche Formen von Rheuma sehr positiv beeinflussen kann. Die erwünschten Wirkungen sollen sich sowohl hinsichtlich der Krankheitsentstehung wie auch des Verlaufs zeigen.

Die Mittelmeerküche – farbenfroh, geschmackvoll & gesund

Die mediterrane Küche ist sehr geschmackvoll, bunt und äußerst gesund. Sie überzeugt mit einer breitgefächerten Vielfalt an gesunden und aromatischen Nahrungsmitteln, die in einem sonnenverwöhnten und warmen Klima gedeihen.

Die Menschen in der Mittelmeerregion sind so gesund, während sich in den westlichen Industrienationen die Zivilisationskrankheiten mehr und mehr häufen. Das südliche Spanien, der Süden Frankreichs, Italien, Griechenland, die Türkei, der Nahe Osten sowie Nordafrika sind schon lange für ihre sehr gesunde und frische Küche bekannt. In der mediterranen Küche finden sich hauptsächlich frische Früchte, vitalstoffreiches Gemüse, wertvolles Getreide, Hülsenfrüchte, Fisch und Nüsse. Fleisch und andere tierische Produkte erscheinen hingegen nur sehr selten auf dem Ernährungsplan. Das beliebteste Fett ist Olivenöl, denn dieses hat besondere gesundheitsförderliche Eigenschaften hat.

Erhöhter Bedarf an Nährstoffen bei rheumatischen Erkrankungen

Aufgrund der chronischen Entzündungsprozesse haben Menschen mit einer Rheuma-Erkrankung einen rund 20 % höheren Energiebedarf.

Dementsprechend müssen sie auch mehr Nahrung zuführen. Essenziell wichtig, ist hier aber der Muskelaufbau, denn das Plus an zugeführter Energie darf sich bei Rheuma nicht in einem Anstieg der Körperfettmasse widerspiegeln. Damit der Organismus allen wichtigen internen Prozessen und Aufgaben nachkommen kann, muss er jeden Tag mit den unterschiedlichsten Nährstoffen in einer ausreichenden Menge versorgt werden. Das ist vor allem bei chronisch-entzündlichen Leiden wie rheumatoider Arthritis von größter Bedeutung.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist bei Rheuma-Patienten das A und O

Sehr viele Rheuma-Patienten unterschätzen bedauerlicherweise die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und halten sich nicht an die medizinischen Ernährungsempfehlungen. Sie unterschätzen die positiven Auswirkungen gesunder Nahrungsmittel wie beispielsweise Nüsse oder Fisch, die reichlich hochwertige Fettsäuren liefern. Sie nehmen auch nicht den negativen Einfluss einer fettreichen Ernährung zur Kenntnis: Viel zu häufig landen noch ungesunde Weißmehlprodukte, zuckerreiche Getränke oder Süßspeisen auf dem Tisch.

Gerade bei Rheumatoider Arthritis kann das aber einen direkten Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Hier haben die behandelnden Mediziner eine sehr große Verantwortung, denn sie müssen den Patienten die Wichtigkeit der diätetischen Intervention klarmachen.

Entzündungsfördernde Arachidonsäure vermeiden!

Arachidonsäure ist eine ungesättigte Fettsäure aus der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Sie kommt insbesondere in tierischen Lebensmitteln vor. Arachidonsäure kann der menschliche Körper selbst nicht bilden, sondern ausschließlich über die tägliche Nahrung zuführen. Die Konzentration dieser Fettsäure lässt sich durch das tägliche Essverhalten also maßgeblich beeinflussen und das ist gerade bei Rheuma Patienten von besonderer Wichtigkeit!

Enthalten die täglichen Mahlzeiten nämlich zu viel Arachidonsäure und sonstige Omega-6-Fettsäuren, werden auch vermehrt Entzündungsbotenstoffe gebildet. Je weniger Arachidonsäure über die Nahrung aufgenommen wird, desto weniger Entzündungsfaktoren können im Organismus entstehen. Das bedeutet, dass es vor allem wichtig ist, den Verzehr von fettreichem Fleisch, Wurstwaren, Butter und Innereien einzuschränken.

Omega-6-Fettsäuren sind für den Körper in einer gewissen Menge schon wichtig, so beispielsweise als Bestandteil der Zellmembranen oder auch der Hormone. Es muss jedoch eine ausgewogene Balance zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren geben.

Auch Linolsäure ist eine Omega-6-Fettsäure, die aber vor allem in Ölen und pflanzlichen Fetten zu finden ist. Diese Fettsäure hat keinen Einfluss auf die Entstehung innerer Entzündungsvorgänge. Problematisch ist in der Tat lediglich die Arachidonsäure, die über tierische Lebensmittel aufgenommen wird. Sie wird mithilfe bestimmter Enzyme im Körperinneren zu entzündungsfördernden Stoffen wie Leukotriene, Thromboxan oder Prostaglandinen „umgebaut.“

Besonders hohe Konzentrationen an Arachidonsäure finden sich in Schweineleber, Schweineschmalz, Eigelb, Schinken, Hähnchen sowie Wurst.

Omega-3-Fettsäuren als Arachidonsäure-Hemmer

Alpha-Linolensäure ist eine wertvolle Omega-3-Fettsäure, die insbesondere in hochwertigen pflanzlichen Ölen wie zum Beispiel Lein- oder Rapsöl zu finden ist. Omega-3-Fettsäuren können die Bildung von Arachidonsäure im Organismus blockieren. Auch Eicosapentaensäure – ebenfalls eine Omega-3-Fettsäure – wirkt anti-entzündlich, denn sie verdrängt die Arachidonsäure aus der Membran der Körperzellen. Auf diese Weise können dann keine entzündungsfördernden Stoffe mehr gebildet werden.

Insbesondere Patienten mit Rheuma sollten daher die richtigen Fettsäuren zuführen und vor allem weniger Fett pro Tag aufnehmen. Sie sollten auf fettes Fleisch und Produkte aus tierischen Quellen verzichten und eher zu einer vegetarischen Kost greifen: Das kann den Verlauf der rheumatischen Erkrankung positiv beeinflussen.

Omega-3-Fettsäuren finden sich vor allem in fettreichen Fischen wie Hering, Lachs, Makrele oder Forelle, aber auch in Leinöl, Rapsöl sowie Spinat.

Welche Rolle spielen Vitamine, Spurenelemente & Antioxidantien?

Durch die körperinternen Entzündungsprozesse resultieren mehr freie Radikale. Hier sind Antioxidantien – wie zum Beispiel Vitamin C oder Vitamin E – besonders wichtig, denn sie gelten als Radikalfänger. Sie können also diese schädlichen Sauerstoffmoleküle unschädlich machen und neutralisieren. Auch Provitamin-A, Kupfer, Selen und Zink wirken entzündungshemmend. Bereits 200 mg Vitamin C täglich können den Verlauf einer rheumatischen Erkrankung günstig beeinflussen. Vitamin C findet sich nicht nur in Zitrusfrüchten, sondern auch in vielen anderen frischen Obst- und Gemüsesorten wie zum Beispiel Paprika, Brokkoli, Kartoffeln oder Spinat.

Vitamin E findet sich zwar in den meisten tierischen wie auch pflanzlichen Ölen und Fetten, dennoch ist für eine optimale Bedarfsdeckung häufig eine Vitamin-E-Supplementierung erforderlich. Sprechen Sie hier also unbedingt auch mit Ihrem behandelnden Arzt.

Richtige Ernährung bei Rheuma
Entzündliches Rheuma » welche Ernährung kann helfen?

Anti-entzündlich essen – Schmerzbeschwerden durch Ernährung lindern

Einige Nahrungsbestandteile haben eine entzündungshemmende, andere wiederum eine entzündungsfördernde Wirkung. Das ist auch der Grund, warum die richtige Lebensmittelauswahl bei rheumatoider Arthritis besonders wohlüberlegt werden muss. Mit einer adäquaten Ernährung lassen sich Entzündungsvorgänge nämlich verringern und somit auch Schmerzbeschwerden lindern. Ebenso kann aber ein falsches Essverhalten die Entzündungen noch weiter fördern und die Beschwerden intensivieren.

Die wertvollsten Lebensmittel unterteilen sich in die Kategorien „Früchte“, „Getreide“ und „Gemüse“. Diese Nahrungsmittel liefern dem Organismus wichtige Mineralien, Vitamine, Antioxidantien, Ballaststoffe und vor allem wertvolle Energie. Genießen Sie die bunte, aromatische und farbenfrohe Mittelmeerküche und greifen Sie vor allem zu folgenden Lebensmitteln:

Obst, frisches Gemüse und wertvolles Getreide

Lebensmittel wie frisches Gemüse, vitaminreiches Obst und Getreideprodukte sollten Sie am häufigsten essen, um Rheuma-Beschwerden zu lindern. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst sollten es täglich schon sein. Bevorzugen Sie beim Getreide die Vollkornvariante und greifen Sie zu Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, aber auch Mais und Naturreis. Genießen Sie frisches Gemüse in allen Farben und verleihen Sie jedem Gericht eine herrliche Frische!

Olivenöl und Oliven

Olivenöl sollte das hauptsächlich verwendete Öl werden: Verwenden Sie es zum Kochen, ebenso wie zum Backen oder zur Zubereitung von Salatdressings. Für Dressings können Sie auch zu Leinöl oder kaltgepresstem Walnussöl greifen. Olivenöl enthält jedoch die meisten gesundheitsfördernden Fettsäureverbindungen, Mikronährstoffe und sekundären Pflanzenstoffe.

Meeresfrüchte und fangfrischer Fisch

Decken Sie den Eiweißbedarf Ihres Körpers hauptsächlich mit Meeresfrüchten und frischem Fisch: Thunfisch, Lachs, Dorsch, Zander, Hering, Forelle oder Makrele enthalten besonders viele entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren. Dasselbe gilt auch für Meeresfrüchte wie Muscheln, Krusten- und Schalentiere sowie Crevetten. In der mediterranen Gesundküche werden Fisch und Meeresfrüchte aber äußerst selten frittiert oder paniert. Braten Sie diese vielmehr mit Olivenöl an, träufeln Sie ein wenig frischen Zitronensaft darüber und würzen Sie mit Kräutern de Provence.

Käse und Joghurt

Milchprodukte haben einen festen Wert in der traditionellen Mittelmeerernährung gegen rheumatische Beschwerden. Insbesondere griechischer Joghurt, Naturjoghurt und Käse sollten regelmäßig, doch in bescheidenem Maß genossen werden. Rahm und Milch spielen in der mediterranen Küche hingegen nur eine sehr kleine Nebenrolle.

Nüsse, Samen, Kerne & Leguminosen

Samen, Kerne, Nüsse und Leguminosen wie Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Erbsen sind sehr wertvolle pflanzliche Proteinlieferanten. Sie versorgen den Körper aber auch mit reichlich Ballaststoffen und hochwertigen pflanzlichen Fetten. Sie verleihen den unterschiedlichsten Gerichten eine einzigartige geschmackliche Note und sollten auf Ihrem Anti-Entzündungsspeiseplan keinesfalls fehlen.

Gewürze und aromatische Kräuter

Die Mittelmeerküche setzt bevorzugt auf frische Kräuter und Gewürze. Sie enthalten eine ganze Bandbreite an gesundheitsfördernden Antioxidantien, Vitaminen und Mineralien. Indem Sie mit Kräutern würzen, können Sie Ihre tägliche Salzmenge reduzieren.

Bio-Fleisch aus artgerechter Haltung

Fleisch kommt nur sehr selten und in kleinen Portionen auf den Teller. Vermeiden Sie nach Möglichkeit rotes Fleisch und greifen Sie eher zu Geflügel. Achten Sie beim Kauf auch immer auf eine kontrolliert hohe Bio-Qualität und eine artgerechte Tierhaltung.

Süßigkeiten

Jeder von uns nascht mal gerne, doch in der mediterranen Küche, nur in kleinen Portionen. Eis oder Sorbet landen in der Mittelmeerküche nur ein paar Mal pro Woche auf dem Tisch. Stattdessen ist es üblich, eine Mahlzeit mit frischen Früchten abzuschließen.

(Sollten Sie mehr über eine entzündungshemmende Ernährung erfahren wollen, können wir Ihnen unseren Artikel: Entzündungshemmende Ernährung » was gehört dazu? sehr empfehlen. Dies kann Ihnen helfen, Ihr entzündliches Rheuma noch besser zu verstehen.)

Die wichtigsten Tipps für eine entzündungshemmende Ernährung im Überblick

Verzichten Sie auf folgende Nahrungsmittel, um rheumatoide Beschwerden über die Ernährung zu lindern:

  • Croissants, Pommes Frites und Hartweizennudeln
    • Rahm-Gemüsemischungen und Butter nur in moderaten Mengen
    • Gezuckerte Früchte aus der Dose, kandierte Trockenfrüchte, Fruchtmus
    • Nüsse (gesalzen), Erdnüsse in moderaten Mengen
    • Panierter Fisch, Fisch mit Mayonnaise
    • Wurstwaren (vor allem vom Schwein), paniertes Fleisch
    • Gesüßte Fertiggerichte wie zum Beispiel Milchreis
    • Unverdünnte Fruchtsäfte, zuckerreiche Limonaden, Softdrinks, Milchmischgetränke wie zum Beispiel industriell hergestellte Kakaogetränke
  1. Essen Sie nicht einseitig und unausgewogen und vermeiden Sie auch einseitige „Rheuma-Diäten“.
  2. Verzichten Sie auf fettreiche Lebensmittel aus tierischen Quellen wie zum Beispiel Wurstwaren
  3. Essen Sie mindestens zwei Mal wöchentlich Fisch, um den Omega-3-Fettsäurenbedarf zu decken. Achten Sie aber auf absolute Frische und Naturbelassenheit, das heißt ohne Panade und Marinade.
  4. Bevorzugen Sie pflanzliche Öle wie Lein- oder Rapsöl und vor allem Olivenöl.
  5. Verzichten Sie auf Nikotin- und Alkoholgenuss
  6. Bewegen Sie sich regelmäßig und gehen Sie gelenkschonenden Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen nach.

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Die in diesem Blogartikel dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information, Weiterbildung und Unterhaltung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden oder Behandlungen dar. Die Texte ersetzt keinesfalls eine medizinische Beratung durch einen Arzt. Bei gesundheitlichen Fragen, Beschwerden oder Problemen konsultieren Sie immer Ihren Arzt!

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