Sieben Nährstoffdefizite, die bei einer Glutenunverträglichkeit auftreten können

Nährstoffdefizite bei Glutenunverträglichkeit und Zöliakie

Zu welchen Nährstoffdefiziten kann es im Rahmen einer Glutenunverträglichkeit kommen?

Indem die Dünndarm-Schleimhaut massiv geschädigt ist, können weniger Nähr- und Vitalstoffe aus der täglichen Nahrung resorbiert werden. Das führt zu diversen Mangelerscheinungen und einer zunehmenden Erschöpfung der körpereigenen Speicher von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Je nachdem, in welchem Bereich die Mangelerscheinungen sozusagen auftreten, kann es zu Begleiterscheinungen wie Übermüdung, Konzentrationsverlust, Knochenschwund und sogar Blutarmut kommen. Bei einem unerklärbaren Vitamin- und Mineralstoffmangel sollte in jedem Fall eine Glutenunverträglichkeit-Diagnostik durchgeführt werden.

Besonders folgende Nährstoffe sind kritisch und genau zu überprüfen:

Eisen

Eisen spielt eine zentrale Rolle bei der Sauerstoffversorgung der Zellen und daran mangelt es Zöliakie-Patienten am häufigsten. Der essenziell wichtige Mineralstoff wird in den Farbstoff Hämoglobin der roten Blutkörperchen eingebaut: An diesen bindet sich auch der Sauerstoff.

Sinkt nun der Eisenanteil im Körper, dann können sich nur noch kleine rote Blutkörperchen bilden. Diese enthalten weniger Hämoglobin und dementsprechend können sie auch weniger Sauerstoff transportieren.

Infolgedessen kommt es zu einer Blutarmut. Eisen wird zudem überwiegend im oberen Bereich des Dünndarms – im sogenannten Zwölffingerdarm – aufgenommen. Dabei kann schon ein gesunder Organismus lediglich 5 bis 15 % des Eisens verwerten, das in der Nahrung enthalten ist. Pflanzliches Eisen muss durch die Magensäure sowie spezielle Enzyme in der Dünndarm-Schleimhaut in eine andere Form umgewandelt werden, damit der Organismus es für sich nutzen kann.

Lediglich Eisen aus tierischen Quellen ist für den Körper sofort verfügbar: Dieses findet sich beispielsweise in Fleisch.

Die Dünndarmschleimhaut von Zöliakie-Patienten nimmt aufgrund der entzündungsbedingten Veränderungen noch weniger Eisen auf als im gesunden Zustand. Die für die Nährstoffaufnahme benötigte Fläche, die Dünndarmoberfläche und somit auch die zur Verfügung stehenden Enzyme nehmen drastisch ab. Auch durch das vermehrte Abstoßen der Schleimhautzellen geht wertvolles Eisen verloren.

In solchen Fällen ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte – speziell des Ferritin-Wertes – beim Arzt unumgänglich. Ungefähr 40 % aller Zöliakie-Betroffenen leiden unter einem Eisenmangel. Wenn sich keine andere Ursache wie etwa starke monatliche Regelblutungen oder ein Magengeschwür findet, sollte unbedingt auf eine Glutenunverträglichkeit getestet werden.

Anzeichen wie Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Atemnot sowie eine verminderte Leistungsfähigkeit können auf einen Eisenmangel hindeuten. Auch eingerissene Mundwinkel oder brüchige Nägel können auf deutliche Mangelerscheinungen hindeuten.

Folsäure

Dieses Vitamin ist auch unter der Namensbezeichnung „Vitamin B9“ beziehungsweise „Folat“ bekannt. Für den menschlichen Körper ist es lebensnotwendig!

Der Organismus kann keine Folsäure herstellen, daher ist eine ausreichende Bedarfsdeckung über die täglichen Mahlzeiten grundlegend wichtig.

So wird Folsäure beispielsweise für die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen benötigt und ebenso für die Bildung der Erbsubstanz. Entsteht eine Folsäure-Mangelversorgung, kann es infolgedessen zu einer gefährlichen Anämie (Blutarmut) kommen.

Die besten Folsäure-Quellen sind:

  • Spinat,
  • grünes Blattgemüse,
  • Weizenkleie,
  • Vollkornprodukte,
  • Hülsenfrüchte wie Soja-Bohnen oder Erbsen,
  • Kohl,
  • Tomaten,
  • Eigelb,
  • Leber,
  • Spargel.

Vor allem grünes Blattgemüse und Spinat sind sehr wertvolle Folat-Quellen. Von diesen Lieferanten kommt auch die Namensbezeichnung: „Folium“ bedeutet übersetzt aus der lateinischen Sprache „Blatt“.

Der menschliche Körper kann nur recht wenig Folsäure speichern, nämlich 12 bis 15 Milligramm. Diese Menge reicht – ohne eine weitere Zufuhr – nur für rund drei bis vier Monate aus.

Ein Folsäuremangel zeigt sich oft durch Zeichen wie Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und depressive Verstimmungen. Auch Schleimhautrisse im Mund sowie eine schlechte Wundheilung können auf Mangelerscheinungen hindeuten. Auch hier ist ein Blutbild beim Arzt sehr wichtig.

Nährstoffdefizite bei Glutenunverträglichkeit und Zöliakie
Sieben Nährstoffdefizite, die bei einer Glutenunverträglichkeit auftreten können

Vitamin-B12-Mangel

Dieses Vitamin ist das einzige, das der Körper sogar über viele Jahre hinweg speichern kann. Die Vitamin-B12-Einlagerung erfolgt vorrangig in der Leber.

Diesen Mikronährstoff braucht der Organismus für die Bildung der roten Blutkörperchen, für die Regeneration der Schleimhäute sowie für einen reibungslosen Funktionsablauf des Nervensystems.

Auch die Psyche profitiert wesentlich von einer optimalen Vitamin-B12-Versorgung.

Dieses Vitamin wird vor allem über die täglichen Mahlzeiten aufgenommen, vorrangig über tierische Nahrungsmittel. Aus diesem Grund kann es oftmals vorkommen, dass vegan und vegetarisch lebende Menschen unter einer Mangelversorgung leiden. In solchen Fällen kann eine zusätzliche Supplementierung – zum Beispiel über geeignete Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll sein.

Eine gestörte Nährstoffaufnahme im Dünndarm, wie sie bei einer Glutenunverträglichkeit typisch ist, kann einen solchen Mangel begünstigen.

Die besten Vitamin-B12-Quellen sind:

  • Vitamin B12 findet sich nahezu ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln wie Fisch, Fleisch oder Käse.
  • Auch fettreiche Seefische wie Hering, Lachs oder Makrele überzeugen mit einem hohen Vitamin-B12-Gehalt und zudem mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Somit sind diese Fischsorten doppelt gesund – nämlich für das Gehirn und das Herz.
  • Auch Vegetarier können für eine optimale Versorgung mit Vitamin B 12 sorgen, nämlich über Eier und Milchprodukte.
  • Veganer haben leider kaum Möglichkeiten, über die täglichen Mahlzeiten den Vitamin-B12-Bedarf zu decken. Um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, müssen sie meistens geeignete Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Vitamin D – das Sonnenvitamin

Dieser Mikronährstoff wird auch als sogenanntes „Sonnenvitamin“ bezeichnet und ist ein fettlösliches Vitamin.

Diesen Mikronährstoff kann der Körper selbst herstellen, aber ausschließlich unter der Voraussetzung, dass ausreichend Sonnenlicht vorhanden ist. Für die Vitaminproduktion im Organismus müssen also UVA- und UVB-Strahlen direkt auf die Haut einwirken.

Dieser Stoff übernimmt zahlreiche Funktionen im Stoffwechselablauf und ist äußerst wichtig für das psychische und das körperliche Wohlbefinden.

Die besten Vitamin-D-Quellen sind:

  • Fettreiche Seefische wie zum Beispiel Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch oder Sardinen.
  • Wildlachs hat im Übrigen einen rund viermal höheren Vitamin-D-Gehalt als Lachs aus Fischzucht.
  • Steinpilze,
  • Champignons,
  • Kalbfleisch sowie
  • Eier.

Kalzium

Auch Kalzium ist unverzichtbar wichtig, so etwa für den Erhalt der Muskulatur- und Knochengesundheit. Sinkt der Vitamin-D-Spiegel, reduziert sich auch der individuelle Kalzium-Spiegel. Vitamin D hilft dem Körper nämlich, das Kalzium aus den Mahlzeiten im Darm aufzunehmen und in den Knochen einzulagern.

Ein solcher Kalziummangel kann schwere Folgen für die Gesundheit haben. So kann es zum Beispiel zu einer Knochenerweichung kommen, was vor allem bei Kindern der Fall ist. Bei erwachsenen Personen kommt es zu einem Knochenschwund.

Zink Mangelerscheinungen

Zink ist für das Gehirn und die mentale Leistungsfähigkeit ein sehr wichtiges Spurenelement. Des Weiteren ist Zink eines der wichtigsten Stoffe für diverse Körperfunktionen, so beispielsweise:

  • Stoffwechselvorgänge,
  • Zellschutz,
  • Zell-Teilung,
  • Immunsystem,
  • Wundheilung,
  • Hormonproduktion,
  • gesunde Haare und Nägel.

Insbesondere für eine leistungsstarke Immunabwehr und eine gute Wundheilung ist Zink grundlegend wichtig.

Die besten Zink-Quellen sind:

  • Bohnen,
  • Innereien,
  • grünes Blattgemüse,
  • Eier,
  • Vollkornprodukte,
  • Fisch.

Auch dieses Spurenelement kann der Körper nicht in größeren Mengen speichern. Daher muss es über die tägliche Nahrung zugeführt werden.

Da der entzündete Dünndarm den Nährstoff aber nicht mehr effizient aufnehmen kann, kommt es schnell zu entsprechenden Mangelerscheinungen.

Anzeichen für einen solchen Zinkmangel kann eine trocken-schuppige Haut sein, aber auch eine schlechte Wundheilung, Depressionen, Haarausfall sowie eine schlechte Immunabwehr.

Selen

Selen schützt die Zellen des Körpers vor allem vor oxidativem Stress und stärkt die Immunabwehrkräfte. Auch dieses Spurenelement wird für einen gesunden Funktionsablauf der Schilddrüse dringend benötigt.

Bedauerlicherweise sind hierzulande die Böden sehr selenarm. Aus diesem Grund ist auch die Nahrung nicht so reich an Selen.

Die besten Selen-Quellen sind:

  • Vollkornprodukte,
  • Fleisch,
  • Eier,
  • Fisch,
  • Soja-Bohnen.

Auch Selen wird im oberen Bereich des Dünndarms aufgenommen: Somit kommt es bei der Glutenunverträglichkeit sehr schnell zu einer entsprechenden Unterversorgung. Für betroffene Personen ist es daher unverzichtbar wichtig, ausreichend Vitamin A, C und E zuzuführen. Diese Vitamine erhöhen nämlich die Bioverfügbarkeit von Selen in den Körper.

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